IBANEZ PERFORMER  300
Baujahr 1979

  So nun wären wir bei den Japanern angelangt, und zwar im Jahre 79, wo von den Spitzenprodukten dortiger Firmen, die schon längst nicht mehr in eigenen Landen produzieren aber, und das sei gleich vorweg festgestellt, unter der Fuchtel der Japaner, was heisst, das die Qualität keinerlei Abstriche zu verzeichnen hat. Wie man deutlich merkt, bin ich diesen Produkten gegenüber sehrwohl positiv eingestellt, weil sie es meiner Meinung nach auch verdienen. Rühmliche Ausnahmen bestätigen natürlich auch hie wie da die Regel. Ich möchte vor allem Ibanez seit Einführung der Super 58 Pickups hier ein Lob aussprechen. Selten ein Tonabnehmer der meiner Meinung nach ein derart gutes Verhältnis zwischen dem Vintagesound und den heutigen Anforderungen gerecht wird. Dieser Performer, die von Ibanez übrigens zu einem horrenden Preis wiederaufgelegt wurde, weil eben die vortreffliche Qualität einen grossen Zuspruch erfuhr, ist mit den etwas stärkeren “ Super 70 “ ausgestattet, und wie man auf dem Foto unschwer erkennen kann, ein ausgesprochenes “BEAUTY !”

IBANEZ Mod. 2370 - 355 KOPIE
Baujahr ~ 1970

  Wie schon erwähnt, überschwemmten Anfang der 70 die Asiaten den Weltmarkt. Ibanez damals schon ein Markenname, hat es in so gut wie alle Shops geschafft. Bei uns in Österreich nicht zuletzt auf Grund des überaus agilen Importeurs. Heute sind diese Gitarren bereits gesuchte Objekte, vor allem wenn sie noch den alten Schriftzug haben. Qualitativ kann man die Teile aus der Zeit leider auf kein Podest stellen, da sie in vielerlei Hinsicht ( soll jetzt kein Pauschalurteil sein, aber...) diverse Mängel aufweisen. Allem voran waren die verwendeten PU nicht das gelbe vom Ei. Maxxon, so der Name dieser PU - Firma, war aber scheinbar der Generalausstatter, und die Gitarren selbst kamen offensichtlich auch alle vom selben Hersteller, wo dann halt irgendein Label aufgebracht wurde, egal, Hauptsache man verkauft. Dieses Modell, Kopie einer Gibson ES 355, allerdings mit ganz offensichtlichen Unterschieden, wie beispielsweise der geschraubte Hals, kein 6 Wegeschalter sondern nur 3 Positionen, wobei 6 Positionen den Sound auch nicht verbessert hätten. Alles in allem, zu der Zeit hatten die Musikshops noch Hochbetrieb, und Franzie Meier kannte nur das Aussehen der Gitarre seines grossen Vorbildes, und damit ging halt auch so manche Qualitätsleiche über den Ladentisch, zumal das Original halt zumindest etwa 2.000.- € gekostet hätte, und so manche Gurke mit ähnlichem Aussehen um 200.-€ zu haben war. Fest steht jedenfalls das all diejenigen Gitarren die das alte Ibanez Logo ziert, heute gesucht sind. Und unter uns gesagt, bei einem uralt Ford beschwert man sich ja auch nicht das die Autofenster nicht gut schliessen, denn die hatten nicht mal Türen, und ich kenne niemanden, der nicht gerne so ein Uralttuckerl hätte !

IBANEZ HOWARD ROBERTS KOPIE
Baujahr 1977

  Da haben wir wieder das genaue Gegenteil des vorher gesagten. Da gibt es keinen Lapsus in der Fertigunsqualität, und auch der Sound ist lange nicht mehr fernab vom Original. Nein das ist ein absolut ordentliches Stück Instrument ! Hier erfährt man schon die Japanische Philosophie - kopieren - lernen -- wenn geht verbessern - und zu guter letzt Erfahrung für eigene Kreationen  erwerben - wie oftmals erlebt !

SQUIER STRAT  REISSUE 62
Baujahr 1983

  Hier, bei dieser japanischen Gitarre, Made by Fender Japan, bestätigt sich die asiatische Philosophie wie nie zuvor. Fender speziell in den 80ern wieder strebsamst bemüht auf das alte Fender - Qualitätslevel vor der CBS Übernahme zurückzukehren, begann in den 80 ern verstärkt mit Wiederauflagen der alten und glorifizierten Modelle der Strat aus 57 und 56, sowie den mit Rosewood - Neck bestückten Modellen aus 62, ferner den Telecasters aus 52. Diese Nachbauten aus eigenem Hause, man nannte sie und nennt sie auch heute noch “REISSUE “, was ich persönlich frei übersetzt als Wiedergeburt bezeichnen möchte. Da diese Gitarren natürlich keine Fliessbandstücke sein konnten, und das verwendete Material auch wirklich dem des Originals exakt entsprechen musste, sonst wäre vor allem eine Qualitäts und Sound - Differenz ja unvermeidbar vorprogramiert. Man war zwar in diesen Bestrebungen nicht ganz glücklos, aber besonders erfolgreich gestaltete sich das Unterfangen auch nicht, und da man natürlich auch kaufmännisches Denken mit einbeziehen musste, was mit dem heimischen Lohnniveau nicht besonders positiv aussah, was grössere Stückzahlen zu einem vertretbaren Preis anbelangt, so kam die Idee , doch so etwas in grossen Stückzahlen in Japan, damals noch deutlich unter US Lohnniveau fertigen zu lassen, einzig , was man bisher peinlichst vermieden hatte, weil man längst erkannt hatte zu was die Japaner imstande sind, originale Fender PU Made in USA sollten das Produkt aufwerten. Und als die ersten Squire Reissues bei Fender in den Staaten eintrafen und man diese in Augenschein nahm, Soll angeblich der damalige Fender - Boss den Ausspruch ( Folgendes ist nur Sinngemäss - ich war ja nicht dabei ! ) getätigt haben “ Nicht die Qualität der originale sollten wir versuchen zu erreichen, sondern die, dieser Instrumente ! Nun Tatsache ist, das diese Squire - Serie aus den Frühen 80ern eine selten gute Qualität und Authentizität aufweisen, was sie auch bei Sammlern wie auch bei Musikern zu gesuchten Stücken macht. Ich selbst habe mehrere dieser Gitarren gehabt, Teles sowie Strats, und kann diesen, noch dazu recht preiswerten Gitarren nur das allerhöchste Lob aussprechen. Und ich hatte die direkte Vergleichsmöglichkeit, da ich zur selben Zeit auch Original USA Fender Reissues hatte, die aber sehr bald wieder hergab!

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